Die Nebensache wird zur Hauptsache

Warten. Wartezeiten.

Hinhören. Hinschauen. Hineinschauen.

Warten auf den Zug. Warten bis die das grün bei der Ampel aufleuchtet. Warten bis der PC hochgefahren ist. Warten bis die dunkelbraune Brühe den lieblings Mug füllt. Oder der Klassiker: Wir sitzen im Restaurant und unser Gegenüber entschuldigt sich für einen Moment. Wir warten. Auch vielbeschäftige Menschen können sich nicht ganz von Wartezeiten befreien, obwohl uns die Technologie ein überaus bequemes Leben ermöglicht.

 

 

Aber ist WARTEN nicht des öftern heilsam und lebensnotwenig? Kommen uns nicht beim Warten und Innehalten die besten Ideen?

Durch die hohe Pace im Alltag sind wir es uns gewohnt jeden Moment etwas tun zu müssen. (Oder begleitet dich das Handy nie mit auf die Toilette? Got you!) Warum sind wir so getrimmt immer etwas tun zu wollen? Und ich spreche hier nicht von positivem Tatendrang oder viel erledigen zu wollen. Es geht mir mehr um die oben erwähnte Situation im Restaurant. Kann ich WARTEN. Kann ich aushalten. Kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen ohne mich dabei permanent ablenken zu müssen?Reading blue velvet armchair

Ein Buch zu lesen kostet mich manchmal ganz schön viel Energie. Und nicht etwa weil ich ungern lese. Vielmehr weil ich es mir nicht mehr gewohnt bin eine ganze Stunde dasselbe zu tun. Doch genau das will ich mir wieder aneignen. Ich will wieder lernen mich auf etwas zu konzentrieren, ohne dabei noch 100 andere Dinge zu erledigen. Ich will mich wieder trainieren WARTEN zu können. Einmal eine Stunde zu lesen ohne auf das Handy zu schauen. Ausharren im Nichts- oder wenig tun.

Wartezeiten und Entspannung tun dem Hirn gut und lassen uns Auftanken um leistungsfähig zu bleiben. Wartezeiten sind Zeitpuffer die wir uns gönnen sollen.

Und wie packe ich es an?

  • Mir selber eingestehen, dass NICHTS tun genauso wichtig ist wie leisten.
  • In Wartezeiten Bibelverse oder positive Worte aussprechen oder denken. (Was du sagst hat einen Impact für den Alltag und beeinflusst deine Sichtweise.)
  • Bewusst NICHT aufs Handy schauen. (Ich studiere in letzter Zeit öfters die katastrophale Fehlhaltung von Menschen am Handy. Die Pilates Instruktorin in mir. (:
  • Wenn der Schatz im Restaurant den Tisch verlässt, dem Kellner ein Kompliment machen oder die Dessertkarte studieren.
  • Augen schliessen und bewusst EIN- und AUSATMEN (richtiges Atemmuster für kurze Entspannungsmomente im Alltag)
  • Jemandem zulächeln
  • Ein Buch bis zum (bitteren) Ende lesen.

Auf das wir kostbare Freizeit nicht mit Unnützem füllen, sondern richtig einsetzten. Und das ist eben auch mal WARTEN.

HAPPY nichts tun. And stay WELL

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